Käse der Woche – 10./11.10.2026

8l Abos: Limmatgold & Båptiste
4l Abos: Vacherin
Zusatzkäse: Limmatgold

Wie das Gold vom Napf nach Wettingen kam

Kein Korn zu klein, ein Nugget zu sein! Der Winter hat uns vieles geschenkt, eine Verschnaufpause nach dem fliegenden Start, das erste Fondue vom Hof und die ersten Käse im Keller. Und die hatten es schon bald in sich, wie sich im Januar herausstellte. Gewitzte haben es sofort gemerkt, natürlich geht es hier um die Umstellung von Kompost auf Tiefstreu im Kuhstall und die lieben Tierchen, welche uns der neblige, nasse Winter erst in den Stall, dann in den Käse geschmuggelt hatte. Gross wurden sie, die Limmatgold, gross wie nie zuvor. Zum Glück waren sie dennoch bekömmlich und schon bald waren sie auch ihrer Grösse überdrüssig und die Luft war wieder raus. Bye-bye Buttersäure.

Nun ist das aber nur die halbe Geschichte. Während sich das Clostirium Butyricum durch seinen imposanten optischen Auftritt in den Vordergrund gedrängt hatte, hatte sich still und heimlich das Propionobacterium freudenreichii das Aroma als Bühne erobert. Und daran spalten sich die Geister, weil allen bekannt: der Emmentaler. Auf dieser Bühne spielen die «Prop», wie wir sie nennen, nämlich die Hauptrolle. Sie vergären nach den üblichen verdächtigen die entstandene Milchsäure zu Propionsäure, Essigsäure und – siehe da! –, zu Co2. So kommen die Löcher in den Emmentaler und der Emmentaler in den Limmatgold.

Und warum erzähle ich Euch das alles? Weil Ihr gerade diese Woche ein Stück dieses aufgeproppten Limmatgolds im Kühlschrank habt, vermutlich zum ersten und letzten Mal. Dann kehren wir wieder zurück zum alltäglichen Gold des Limmattals. Wer jetzt dem Goldrausch verfallen ist, der kann sein Glück ja an der Emme versuchen, dort findet man es namlich nicht nur in den Käsekellern.