Vergangenen Herbst wurde unsere Herde mit einem jungen Stier beglückt. Aufgrund der in dieser Jahreszeit auftretenden Fruchtbarkeitsprobleme (zuviel eiweissreiches Futter, evt. heisse Sommertage, etc. als Ursache), hat der Hof spontan entschieden auf dem berühmten Stierenmarkt in Zug einen Jungstier zu erwerben. Gesagt getan: der Stier namens Thomas wurde am übernächsten Tag geliefert.

Ein schönes Tier mit einer gerader Rückenlinie, gutem Fundament, gutem Wuchs und Genetik, aus einer bewährten Mutterfamilie. Das Einzige was nicht ganz passte war der Name. So tauften wir ihn kurzerhand in Thamos um.

Der noch sehr junge Thamos machte nun seine ersten Erfahrungen mit den schönen Basimilchkühen. Im ersten Monat, leicht überfordert, besprang er die brünstigen Kandidatinnen von hinten wie von vorne; wobei die Erfolgsquote gering war, da entweder das Ziel zu hoch oder die falsche Seite ein Problem darstellte. Thamos musste also noch ziemlich an seinem Charme feilen und kräftig wachsen, sollte er doch irgendwann der Chef der Kuhherde werden und für die Nachzucht besorgt sein. Nun nach so kurzer Übungszeit, macht Thamos seinen Job richtig zuverlässig. Da die Weidesaison vorbei ist, darf er jeweils mit der brünstigen Kuh für einige Stunden auf einen separaten Auslauf hinter dem Stall.

Meist wird zuerst ein neckischer Zweikampf (vielleicht auch einen Brunsttanz) ausgeführt, da der Muni aufgrund seines Alters noch Rang-tiefer als die meisten Kühe ist. Das geht solange, bis die Kuh an ihrem Partner gefallen findet und dieser wiederum für die Fortpflanzung sorgen kann.

Bis jetzt scheint Thamos ein angenehmes Gemüt zu haben. Bekanntlich ist im Umgang mit Stieren Vorsicht geboten. Sie sind unberechenbar, vor allem ab einem gewissen Alter. Als junge unerfahrene Munis müssen sie sich in einer Herde ihren Rang Kuh für Kuh erkämpfen. Erst im Alter von zwei bis drei Jahren wird ein Stier dominant über die weiblichen Herdenmitglieder. Spätesten ab dann kann es auch sehr gefährlich für den betreuenden Menschen werden. Der Stier versucht zuerst im Spiel seine Stärke zu erproben. Der Mensch sollte mental stark und bestimmt auftreten, um den Stier beispielsweise in die richtige Richtung zu dirigieren; ansonsten aber das Tier mehrheitlich in Ruhe lassen. Dieser weiss, dass er Zeit mit seinen jeweils brünstigen Kühen verbringen darf und dann wieder zurück an seine Platz muss. Auch sollte man eine Stier, auch einen jungen, nie am Kopf streicheln. Das Reiben des Kopfes führt schnell zum Drücken und dann zum Kräfteringen. Ob mit einem 500 kg oder 1400 kg schweren Stier: der Mensch macht in dieser Situation ungeschützt zweiter.

Wir freuen uns und sind gespannt auf den zukünftigen Nachwuchs vom Basihof!